Die feine englische Art - die neuesten Meldungen aus unserem Blog

Nur nicht drängeln!

Ein Engländer, selbst wenn er allein ist, bildet eine ordentliche Ein-Mann-Schlange. Dieses Zitat von George Mikes, einem ziemlich witzigen britischen, aber aus Ungarn stammenden Autor, hat schon ein paar Jahrzehnte auf dem Buckel. Es stimmt aber immer noch. Schlangestehen ist in England eine hohe Kunst. Wer sie nicht beherrscht, gilt als Rüpel und bekommt die ganze Wucht des Volkszorns zu spüren – in Form schweigender Verachtung.

Seit Jahren liest man in britischen Medien, es gehe bergab mit dem Benimm, beispielsweise beim Essen oder eben in der Warteschlange. Das können wir aber nicht bestätigen, denn bei jedem Besuch im Lande stehen wir mindestens einmal, meist öfter, in sehr gesitteten „queues“ (Aussprache: Kjuhs). Es gelten geheime Regeln, die unbedingt zu beachten sind. Erstens: Steht irgendwer vor einem an der Bushaltestelle, muss man höflich fragen: „Are you in a queue?“. Bejaht er oder sie, stellt man sich dahinter auf, und zwar genau so, dass man dem anderen nicht zu sehr auf die Pelle rückt, aber auch keine zu große Lücke lässt. Neuankömmlingen soll klar sein: Das hier ist eine Schlange. Es ist unzulässig, Platz für den Kumpel oder die beste Freundin freizuhalten. 

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Schottland feiert seinen Schutzheiligen

Die Schotten haben schon 2006 erreicht, wofür die Engländer immer noch kämpfen: Ihr  St. Andrew's Day am 30. November ist ein offizieller Feiertag (während der St. George's Day im April, dem englischen Kollegen gewidmet, ein ganz normaler Arbeitstag geblieben ist).  Da weht überall der blauweiße „Saltire“, da wird getanzt und manches Glas Whisky geleert. Für Schottland ist dies zugleich der Auftakt zu den Winterfesten – Weihnachten, Hogmanay (Silvester; im Norden fast ein wichtigeres Fest als Christmas) und schließlich Burns Night Ende Januar.

Der Heilige Andreas war einer der zwölf Apostel Jesu und starb wie er am Kreuz. Es wird allgemein als X-förmig dargestellt, daher der Name Andreaskreuz. Bei uns steht es an Bahnübergängen, in Schottland aber ziert es die Landesflagge. Und schmückt auch manchen alten Kamin, denn früher glaubte man, es halte Hexen fern, die sonst durch den Schornstein ins Haus kommen.

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Cary Grant, Superstar aus Bristol

Das englische Wort „suave“ ist wie geschaffen, um Cary Grant zu beschreiben: gutaussehend, weltmännisch, charmant, elegant, all das schwingt darin mit. Dies war das Image eines großen Hollywoodschauspielers, den viele für einen Amerikaner halten, der aber im englischen Bristol in bescheidenen Verhältnissen zur Welt gekommen war. Heute steht in Bristol eine Statue des großen Sohnes, die genauso aussieht, wie er für immer in Erinnerung bleibt, nämlich tadellos gekleidet und fast ein bisschen zu schön, um echt zu sein…Vor 30 Jahren, am 29. November 1986, starb Cary Grant während einer Theatertournee in Davenport, Iowa.

Grants Geburtsname, gegen den er sich eigenen Aussagen zufolge damals „nicht wehren konnte“, hieß Archibald Leach. Sein Vater war Bügler in einer Stoff-Fabrik, von seiner Mutter hatte der kleine Archibald wenig: Sie verschwand, als er neun Jahre alt war. 

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